Wie man Tiere für den Transport ins Ausland vorbereiten sollte

Autor: Mo Swatek / Eine spanische Tierschützerin.

 

Hier also einige Regeln, die wir alle beim Transport ins Ausland beachten sollten:

 

1. Warum muss man unbedingt die legalen Impfdaten einhalten?

Natürlich gibt es keine Tollwut in Spanien, aber dafür in anderen Ländern und genau darum muss ein ausreisendes Tier unbedingt vollen Impfschutz haben und nicht nur die Tollwut, sondern auch Parvovirose, Staupe, Leptospirose, etc. Der volle Impfschutz ist erst nach 3-4 Wochen vorhanden, und bei den Krankheiten sogar erst nach einer Grundimmunisierung.

Eine einfache Probe in einem Labor kommt jedem Impfdatum-Fälscher schnell auf die Schliche und die Person, die die Tiere einführt und der Veterinär, der die Impfpässe ausgefüllt hat, müssen mit einer Anzeige ua. wegen Urkundenfälschung und Vergehen gegen das Einfuhrgesetz von Tieren rechnen.... was aber noch schlimmer ist, die Gesetzeshüter warten nur darauf, uns allen die Einfuhr von Auslandstieren verbieten zu können und solche Pfuschereien geben ihnen jeden Anlass dazu!

Impfungen sind nicht dazu da, Tierschützern Steine in den Weg zu legen, sondern um Tiere gegen Krankheiten zu schützen und wer Tiere am Tag der Abreise impfen lässt, riskiert das Leben des Tieres, schon alleine wegen der möglichen Impfreaktion während des ohnehin schon stressigen Transportes, den Klimawechsel und die ganze Umstellung. Solche Pfuschereien könnten zum Tode des Tieres führen!

Das Kastrieren der Tiere kurz vor oder kurz nach einer Impfung kann durch die Einnahme von Antibiotica den Aufbau von Antikörpern des Impfstoffes total verhindern, dh. das Tier hat keinen Impfschutz! Es sollten mindestens 2 besser 3 Wochen zwischen Impfung und Kastration liegen, um einen ausreichenden Impfschutz gewährleisten zu können.

 

2. Warum müssen wir unbedingt bei den Tierschutztransporten die rechtlichen Normativen erfüllen?

Ein legaler Transport muss so geladen werden, dass alle Transportboxen und Käfige jederzeit zugänglich sind, mit einem Mittelgang.
Es müssen Trinkgefässe und ausreichen Wasser an Bord sein
Es muss eine gute Lüftung geben, welche den Tieren gute Luftzufuhr und im Sommer Ventilation und Kühlung bringt. Wir alle wissen von Transporten, bei denen Tiere total dehydriert und/oder tot angekommen sind!

Die zu transportierenden Tieren brauchen genügend Platz in der Transportbox, das Tier muss stehen und sich umdrehen können. Jedes Tier muss einen einzelnen Käfig haben. Zu kleine Käfige können zu schwersten gesundheitlichen Problemen führen. Zirkulationsstörungen in den Beinen führen bis zum Absterben der Extremitäten. Gerade bei alten Tieren ist die Gefahr von Embolien durch fehlende Durchblutung, ausgelöst durch Platzmangel, keine Seltenheit.

Es ist auch nicht ratsam, Jagdhunde gemeinsam mit Katzen zu transportieren, weil alleine schon die Präsenz der Katzen, die Hunde total nervös macht, sie gestresst und ununterbrochen hechelnd, so noch mehr Flüssigkeit verlieren und sogar dehydrieren. Es gab dadurch schon Todesfälle auf Transporten. Ebenso ist es natürlich für Katzen ein Extremstress, ihren „Todfeind" über so viele Stunden direkt vor sich zu haben.

 

3. Wie sollten die Reiserouten gestaltet werden?

Wir wissen von Fahrten, die von Cadiz bis Berlin oder Holland an einen Stück gedauert haben, 3000 km ohne Pause für Fahrer oder den Tiere, grausam zusammengepfercht, fast 40 Stunden ohne Wasser und Futter... im Sommer sind solche Transporte eine wahre Todesfalle und natürlich wieder mit dem lapidaren Satz: „Auf dem Transport müssen sie halt etwas leiden, aber nachher geht es ihnen ja gut"

So lange Fahrten sind nicht nur illegal, sondern auch inhuman und können den Tieren lebenslange Schäden zufügen oder ihnen sogar den Tod bringen.

Wie sollten spanische und Deutsche Organisationen zusammenarbeiten?

Wir raten allen Beteiligten dazu, bei der Abholung/Übergabe der Tiere einen Übergabevertrag zu unterzeichnen, der alle Tiere einzeln mit Foto auflistet und den jeweiligen Gesundheitszustand beschreibt und auch alle Chipnummern der übergebenen Tiere aufführt.

Ebenso raten wir den spanischen Orgas dazu, sich abzusichern, dass ihnen die Daten der Adoptanten, sowie die Subskriptionsgebühr, zumindestens teilweise, überwiesen wird. Bei voll vorbereiteten Tieren sollte die komplette Adoptionsgebühr, abzüglich der Reisekosten, ins Ursprungsland bezahlt werden. Vereine und Privatpersonen, die dies nicht tun, sind keine Tierschützer, sondern Hundehändler!

Es dürfen keine kranken oder frisch kastrierte Tiere transportiert werden. Die Tiere müssen im Ursprungsland vor dem Transport reisefähig geheilt werden.

Es dürfen keine Welpen mit "falschen Müttern" transportiert werden, dies kann von einem Veterinär bei der Einreise einfach festgestellt werden und ungeimpfte und noch sehr kleine Babies ohne Impfschutz durch ganz Europa zu schleppen ist kein Tierschutz, sondern das Gegenteil und viele dieser so transportieren Welpen überleben die ersten Wochen im Ausland nicht, aber darüber spricht man ja nur hinter vorhgehaltener Hand.

Wir raten allen Spanischen Orgas dazu, keine Tiere an Vereine zu senden, die weder ihre Kosten bezahlen, noch Infos über die Adoptanten an die Orgas bzw. privaten Tierschützer weiterleiten. Die Personen, die die Tiere gerettet haben, haben ein Recht drauf, jederzeit zu wissen, wo ihre Tiere nun sind und wie es ihnen geht.

Ich möchte nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Text keine Anschuldigung an andere Tierschutzorgas sein soll, sondern ein Versuch ist, die Tierschützer dazu zu animieren, legal, sauber, tierschutzgerecht und human, Tiere zu transportieren.

 

Mo Swatek

 

 

Kommentare

Bitte geben Sie den Code ein
* Pflichtfelder
Es sind noch keine Einträge vorhanden.