Hinweise, Tipps und rechtliche Grundlagen für einen Tierschutzfall

Ein Tier ist in Not, es wird schlecht gehalten oder gequält, ist heimatlos oder verletzt und Sie wollen helfen: Was tun bei offensichtlicher Tierquälerei?

 

  • Es muss belegt werden, "wer, wann, wo, was" getan hat
  • Sichern Sie Beweise
  • Holen Sie sich Zeugen und bitten diese um eine eidesstattliche Versicherung. 
  • Machen Sie Fotos oder Videos vom Geschehen und Tatort. 
  • Notieren Sie sich Namen, Adressen, KFZ-Kennzeichen.

 

Stellen Sie Strafanzeige bei der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft.

Im Zweifelsfall: Wenden Sie sich an das zuständige Veterinäramt.

 

Wichtig: Schreiben Sie Ihre Beobachtungen auf.

 

Fassen Sie die Fakten kurz zusammen, geben Sie Datum und Uhrzeit an und legen Sie diese Schreiben den Behörden vor.

 

Rufen Sie nach ein paar Tagen an und erkundigen sich, was unternommen wurde.

Machen Sie den Mitarbeitern klar, dass Ihnen der Fall sehr am Herzen liegt, bieten Sie Ihre Unterstützung an.

 

Kopieren Sie Ihre Unterlagen, fertigen Sie Telefonnotizen an, halten Sie fest, mit wem Sie wann gesprochen haben.

 

Mit einer sachlichen, nachvollziehbaren Falldokumentation können Sie auch zu

Zeitungen oder Fernsehsendern gehen und versuchen, die Reporter für den Fall zu interessieren. Ein Zeitungs- oder Fernsehbericht kann die Behörden zum Handeln bringen oder den Täter einschüchtern.

 

Andere Menschen können motiviert werden, sich ebenfalls tatkräftig für Tiere einzusetzen. Es kann schwierig sein, gegen Tierquälerei vorzugehen; oft wünschen wir, dass die Behörden schneller handeln würden.

 

Vergessen Sie nie: die Tiere brauchen uns, lassen Sie sich nicht entmutigen, bleiben Sie dran!

 

 

 

So melden Sie einen Tierschutzfall

 

Die folgende Vorgehensweise betrifft natürlich nicht nur Pferde, sondern gilt als

Beispiel für alle Tierschutzfälle, auf die wir aufmerksam werden.

 

Wenn Tierfreunde beobachten, dass Tiere ihr Dasein nur als Überlebenskampf

fristen, drängt es sie einzuschreiten. Wo Sie Unterstützung finden, welche Wege zu beschreiten sind, um Not leidenden Tieren zu helfen, beschreibt Tierschutz-Expertin Gina Barth-Muth:

  • Jeder, der Zeuge eines Tierschutzfalles wird, kann die Missstände bei den Kreisveterinär- oder Ordnungsämtern anzeigen. Er sollte seine Beobachtungen sachlich und möglichst präzise, aber auf das Nötigste beschränkt, vorbringen.

 

So macht man es richtig

 

I. Wer Augenzeuge einer tierschutzrelevanten Tierhaltung oder Versorgung wird, kann sich persönlich an das zuständige Veterinär- oder Ordnungsamt wenden (Kontakt über Kreis-, Stadt- oder Gemeindeverwaltung), die entgegen privaten Institutionen (z.B. Tierschutzvereine) handlungsbefugt sind. Nachdem die Behörden informiert wurden, kann man zusätzlich noch einen Tierschutzverein einschalten, der in der Sache mitkämpft.

 

II. Der Anzeigenerstatter bzw. Beschwerdeführer nennt seinen Namen, den genauen Standort des notleidenden Tieres und wenn möglich, den Namen des Halters und den notierten Sachverhalt. Der Notfall wird dann erst einmal mündlich beim Amtstierarzt oder Ordnungsamt gemeldet. Notieren Sie sich vorher die Fakten, die Sie vorbringen wollen.

 

Amtshandlungen

Anschließend schicken Sie eine schriftliche Anzeige, die alle Ihre Notizen enthält,

und – wenn möglich – auch die Namen von Zeugen. Die Anzeigenerstattung bei den Behörden sollte der Beobachter selbst übernehmen. Eine anonyme Anzeige ist zwar möglich, verzögert aber mitunter die Kontrolle und somit eine etwaige "Rettung in letzter Minute". Der Datenschutz funktioniert auch bei den Veterinärämtern.

Lediglich im Falle einer Klage vor Gericht wird der Name des Anzeigenerstatters durch Akteneinsicht dem Verteidiger des Beklagten bekannt. Dies ist aber nur möglich, wenn der Name den Behörden bekannt ist. Man sollte aber soviel Zivilcourage haben und "Ross und Reiter" nennen und sich auch als Zeuge zur Verfügung stellen, damit dem Halter rechtskräftige Auflagen gemacht werden oder im Extremfall ein Tierhalteverbot ausgesprochen werden kann. Ohne konkrete Zeugenaussagen lassen sich Dauer und Details der Missstände noch vor dem Einschreiten der Behörden nicht nachweisen und können bei der Festlegung des Strafmaßes nicht berücksichtigt werden. Dann kommt der Halter glimpflicher davon und den gequälten Tieren in seiner Obhut ist auf Dauer nicht geholfen.

 

Die Folgen der Anzeige

Der Tierhalter wird sofort auf die Missstände seiner Handlung aufmerksam gemacht und bekommt eine Frist gesetzt, in der er handeln muss. Hält er sich nicht an die Auflagen oder Fristen, können ihm empfindliche Geldstrafen auferlegt werden – in sehr seltenen Fällen auch Haftstrafen, die jedoch meist zur Bewährung ausgesetzt werden. Aber weniger das Strafmaß sollte von Interesse sein, als die Tatsache, dass sich die Tierhaltung verbessert. Dazu kann der Tierfreund auch selbst beitragen. Oft hilft schon ein Tipp zur Veränderung. Auch die Erkenntnis, dass die Tierhaltung regelmäßig beobachtet wird, sorgt zuweilen für eine Wandlung zum Guten. Wer sich nicht zutraut, den Tierhalter persönlich anzusprechen, der kann eine Nachricht am Zaun oder Stall hinterlassen: "Was man täglich vor Augen hat, sieht man nicht. Wie man sein Kind nicht wachsen und sein Pferd nicht abmagern sieht. Fremden fällt das eher auf. Wir haben Ihr Tier gefüttert und getränkt".

 

Tierschutz darf nicht zum Rachefeldzug werden,

denn längst nicht alle zu Recht

angezeigten Tierhalter handeln in dem Bewusstsein,

ihr Tier zu quälen.

 

Die größte Geißel der Tiere ist die Unkenntnis ihrer Besitzer. Da schafft meist eine gründliche Aufklärung eine zügige Entschärfung der Notlage. Dafür setzen sich Ordnungsamt oder Veterinärbehörde bei ihrer Kontrolle ein.

 

 

Weitere Informationen und Tipps finden Sie hier:

Die Anzeige im Tierschutz

 

 

 

 

Beispiel einer mündlichen Anzeige
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Kommentare

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  • petra cöllen (Samstag, 28. September 2013 01:12)

    hallo,,,circus althoff gastiert in troisdorf,mehrere zeugen waren nun vor ort und können bestätigen ( fotos ) das den ponys die ohren abgeschnitten waren,dass tiere ganz kurz an laternen oder sonstiges befestigt sind und sich halb strangolieren,das die tiere kein wasser haben,dass kaninchen schon hechelnd auf der seite liegen u.s.w,man hätte das veterinärsamt eingeschltet aber keine resonanz gekommen ist,nun versucht man die bilder zu dem fernsehzenter RTL zu schicken,ich habe den tierschutz in köln informiert,dass sie dort mal vorbeischauen ob sie das machen weis ich nicht

  • Marita kruse (Donnerstag, 17. Mai 2012 11:17)

    Hier sitzen 2-3 Katzen in einer Whg. Bei einem Alkoholiker der tagelang nicht zu Hause ist, die Katzen sollen mittlerweile total abgemagert kläglich miauend an den Fenstern sitzen, jetzt war der Mann einen Tag zu Hause hat die Rollos runter gelassen und ist wieder abgehauen, Tierschutz, Polizei und Veterinäramt wurden informiert, und NICHTS passiert, man könne nicht so einfach ...... Blah blah blah, also müssen diese Katzen jetzt elendig verhungern und verdursten